Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen

Lehre im Sommersemester 2022

Roads Revisited (B.Sc. - Wahlfach LA)

Die Mobilitätswende ist in unseren Städten stärker spürbar als je zuvor. Auch wenn die städtischen Straßenräume immer noch fast ausschließlich vom motorisierten Verkehr geprägt sind, lassen sich immer häufiger Veränderungen beobachten. Durch temporäre und schnell zu realisierende Maßnahmen wird versucht, sich der Flächenungerechtigkeit, die die Verkehrsplanung der letzten Jahrzehnte hervorgerufen hat, entgegen zu stellen. Die Einschränkung des motorisierten Verkehrs innerhalb der Stadtteile führt zu der Rückgewinnung von öffentlichem Raum, der jetzt anderen Mobilitätsformen und Nutzungen zur Verfügung gestellt wird. Bei der Frage nach einem zukunftsfähigem Straßenraum spielen neben der Flächengerechtigkeit im Straßenverkehr, allerdings auch noch weitere Themen wie die Klimagerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Zuständigkeit und die Entstehung neuartiger Nutzungsansprüche eine wichtige Rolle.

In dem aktuellen Diskurs fällt der Blick immer wieder auf die Stadt Barcelona, die mit ihrem Konzept der Superblocks Vorreiter bei der Transformation von Straßenraum sind. Die Idee beruht auf dem Prinzip der Beruhigung des Verkehrs und der drastischen Reduzierung der Parkflächen innerhalb jedes Superblocks. Auf diese Art und Weise entstehet innerhalb dieser Blöcke großflächig zurückgewonnener Freiraum, der neuen Nutzungen zur Verfügung gestellt werden kann. Wir wollen in diesem Seminar herausfinden, inwiefern sich das Konzept der Superblocks auch auf andere Städte übertragen lässt, wie ein städtischer Straßenraum aussieht, der den neuen Ansprüchen gerecht wird und mit welchen entwurflichen Werkzeugen Landschaftsarchitektinnen und -architekten Bewegungsräume in der Stadt zu begehrten und vielfach nutzbaren Freiräumen machen.

Was heißt hier Handel? (M.Sc. - Studio IP & ES)

Der Handel ist mal wieder mächtig im Wandel! Die Auswirkungen des rasanten Wachstums des Onlinehandels zeigen sich vor allem in den traditionellen Einzelhandelslagen der Innenstädte: Der stationäre Handel ist auf dem Rückzug, Handelsimmobilien stehen zunehmend leer und die Innenstädte drohen ihre Funktion als soziale und kommunikative Zentren der Städte zu verlieren. Die Trading-Down-Prozesse wurden durch die Corona-Pandemie dramatisch beschleunigt.

Durch den Rückzug des stationären Handels aus den Innenstädten entsteht eine Lücke. Wie und durch welche Nutzungen kann diese Lücke geschlossen werden? In den meisten Städten – so auch in Essen – fehlen derzeit noch Konzepte und Zielsetzungen für eine notwendige Transformation der Citybereiche. Dabei ist der Handlungsbedarf vielfältig. Das veränderte Einkaufsverhalten und der Funktionsverlust wirft neue logistische, räumliche, ökonomische und soziale Fragestellungen auf: Welche neuen baulichen Strukturen benötigt der Onlinehandel? Wie können die Innenstädte Ihre Funktion als kommunikative und soziale Zentren bewahren? Wie funktioniert die Mobilität zukünftig in der City? Welche Umnutzungspotenziale ergeben sich für Einzelhandelsimmobilien? Welche neuen Nutzungen können die Innenstädte zukünftig bereichern?

Dabei erscheint eine reine nachträgliche Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen nicht ausreichend. Die Städte müssen proaktiv neue und nachhaltige Visionen und zukunftsorientierte architektonische, räumlich-funktionale Lösungen für ihre Innenstädte erarbeiten.

Das Wissensnetzwerk Stadt und Handel, Auslober und Organisator des diesjährigen Wettbewerbes „Was heißt hier Handel?“, benennt in diesem Aufgabenzusammenhang übergeordnete Themenfelder wie Verantwortung, Partizipation, Lokalkompetenz, Digitalität, Multikodierung, Flexibilität und Multifunktionalität und auch regionale Kreisläufe und Infrastruktur. Es wird deutlich, wie integrativ, vielschichtig und relevant sich das Thema der diesjährigen Aufgabenstellung gestaltet.  (Vgl. www.wissensnetzwerkstadthandel.de/studienprojekt-2022)

Begehbares Modell - enstanden im Rahmen des Studios im Master

zuletzt bearbeitet am: 25.04.2022

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